(AP Photo/Oded Balilty) (AP Photo/Oded Balilty)

Lag B’Omer ist der Todestag von Rabbi Shimon Bar Yochai. Warum ist dieser heute ein Fest?

13 Jahre in einer Höhle

Rabbi Shimon war ein großer jüdischer Gehlerter, der vor 2000 Jahren während der römischen Eroberung Jerusalems lebte. Er war einer von fünf Schülern Rabbi Akivas, die trotz schrecklicher Verfolgungen dafür sorgten, dass die mündliche und schriftliche Tora nicht vergessen wurde.

Der Talmud (Schabbat 33b) beschreibt ein wegweisendes Ereignis im Leben von Rabbi Shimon:

Als die Römer das Studium der Tora verboten, sprach sich Rabbi Shimon gegen sie aus. Die Römer verkündeten daher ein Todesurteil gegen Rabbi Shimon, der gezwungen war, sich zu verstecken.

Rabbi Shimon und sein Sohn Elazar flohen in eine Höhle im Norden Israels. Sie hatten dort keine Existenzgrundlage, aber ein Wunder geschah und ein Johannisbrotbaum begann in der Höhle zuwachsen und eine Wasserquelle tat ihr übriges um das Überleben der beiden zu sichern.

Rabbi Shimon und sein Sohn hatten keine Kleider zum Wechseln. Um zu verhindern, dass sich ihre Kleidung abnutzt, gruben sie jeweils ein tiefes Loch, zogen ihre Kleidung aus und vergruben sich halshoch im Sand. (Aus Bescheidenheit) Sie verbrachten den ganzen Tag im Torastudium. Wenn die Zeit für das Gebet gekommen war, zogen sie sich an, beteten – und kehrten dann in den Sand zurück.

Rabbi Shimon und sein Sohn blieben 12 Jahre in der Höhle und waren nur auf das Studium der Tora fokussiert. Eines Tages kam Elijah, der Prophet, in die Höhle und verkündete, dass der römische Kaiser gestorben war, und das damit das Todesurteil gegen Rabbi Shimon aufgehoben worden war.

Rabbi Shimon und sein Sohn wagten sich aus der Höhle. Sie sahen einige Bauern auf dem Feld arbeiten. Rabbi Shimon war schockiert, dass seine Glaubensbrüder nicht ständig mit dem Torastudium beschäftigt waren. „Wie könnte jemand das ewige Leben verlassen, indem er sich diesseitgien, weltlichen Beschäftigungen hingibt?“ sagte er. Durch den Blick Rabbi Shimons vergingen die Bauern, einzig durch Rabbi Shimons spiritueller Natur.

An diesem Punkt verkündete eine Stimme vom Himmel: „Meine Welt soll nicht zerstört werden! Kehre in deine Höhle zurück!“

Rabbi Shimon und sein Sohn kehrten in die Höhle zurück, um zu lernen, wie sie ihre spirituellen Kräfte kontrollieren können. Am Ende eines Jahres verkündete eine Stimme vom Himmel: „Komm aus deiner Höhle!“

Rabbi Shimon und sein Sohn tauchten auf und begegneten erneut Menschen, die in weltliche Beschäftigungen verwickelt waren. Es war Freitagnachmittag, und sie begegneten einen Mann mit zwei Bündeln Myrtenblumen. „Wohin gehst du mit diesen Blumen?“ fragten sie ihn. „Sie sind zu Ehren des Schabbats“, sagte der Mann. „Aber warum hast du zwei Bündel?“ fragten sie. „Einer ist für ‚Zachor‘ und einer für ‚Shamor'“, sagte er und bezog sich auf die beiden Aspekte der Einhaltung des Schabbats, die in den Zehn Geboten erwähnt werden.

An diesem Punkt wandte sich Rabbi Shimon an seinen Sohn und sagte: „Jetzt sehe ich die Macht eines Juden und seiner Mizwot.“ Der Schabbat ist ein Tag in der physischen Welt, der die Lücke zur transzendenten Dimension schließt. Am Schabbat bringen selbst die körperlichsten Beschäftigungen – ob ein köstliches Essen oder ein Mittagsschläfchen – ein besonderes Maß an Heiligkeit mit sich.

Rabbi Shimon enthüllt den Sohar
Rabbi Shimon wurde der größte Tora-Lehrer seiner Generation. Als er den letzten Tag seines Lebens erreichte, rief er seine Schüler zusammen und forderte sie auf, aufmerksam zu sein.

Der Zohar (3: 291b) beschreibt die Szene:

Rabbi Shimon verbrachte den ganzen Tag in einem prophetischen Bewusstseinszustand und enthüllte die tiefsten mystischen Geheimnisse der Tora. Er sagte zu seinen Schülern: „Bis jetzt habe ich die Geheimnisse in meinem Herzen behalten. Aber jetzt, bevor ich sterbe, möchte ich alles offenbaren.“

Rabbi Abba, ein Student, der die Aufgabe hatte, Rabbi Shimons Worte zu transkribieren, berichtet: „Ich konnte wegen des intensiven Lichts welches von Rabbi Shimon ausging nicht einmal meinen Kopf heben. Den ganzen Tag war das Haus mit Feuer gefüllt, und niemand konnte wegen der Mauer aus Feuer und Licht in die Nähe kommen. Am Ende des Tages ließ das Feuer endlich nach und ich konnte das Gesicht von Rabbi Shimon sehen: Er war tot, in seinen Tallit (Gebetsschal) gehüllt, lag er auf seiner rechten Seite – und lächelte. “

Warum wurde Rabbi Shimon in Licht und Feuer getaucht? Weil die Tora mit Feuer verglichen wird – zum Beispiel „Aish HaTorah“. Feuer ist das Material, das physikalische Materie in Energie umwandelt. Auch die Tora zeigt uns, wie wir die materielle Welt in eine transzendente Energie verwandeln können. In der Tat bedeutet Rabbi Shimons kabbalistisches Werk „Der Sohar“ wörtlich „strahlendes Licht“.

Lag b’Omer feiern in der Gegenwart

Um Lag BaOmer zu feiern Lag B’Omer, zünden Juden in ganz Israel – vom Golan bis nach Eilat – wie auch Juden um den ganzen Erdkreis Lagerfeuer an, um an das große Feuer zu erinnern, das Rabbi Shimon umgab. Wochen zuvor haben israelische Kinder Holz gesammelt, um es aufzuschickten – oft 20 und 30 Fuß hoch. Große öffentliche Feiern werden abgehalten und die Holztürme am Lag B’Omer niedergebrannt.

Aber wenn Lag B’Omer das Datum des Todestages von Rabbi Shimon markiert, warum ist es dann so ein Fest?

Der Grund ist, dass Rabbi Shimon von den Römern wegen eines Kapitalverbrechens verurteilt worden war. Mit allen Rechten hätte er schon lange vor seiner Zeit sterben müssen. Aber durch enorme Selbstaufopferung (versteckt in der Höhle) und eine Reihe von Wundern (der Johannisbrotbaum und die Quelle) konnte Rabbi Shimon sein Leben fortsetzen. Der Höhepunkt dieses großen Lebens war die Offenbarung der größten inneren Geheimnisse der Tora. All dies ist ein Grund zum Feiern.

Lag B’Omer ist ein großer Pilgertag zum Grab von Rabbi Shimon in der galiläischen Stadt Meron. An diesem Tag besuchen schätzungsweise 250.000 Juden und mehr Meron – tanzen, beten und feiern die wunderbaren geistlichen Gaben, die Rabbi Shimon uns hinterlassen hat. Einige Leute kampieren dort bereits wochenlang in freudiger Erwartung.

Am Lag B’Omer ist das ganze Land Israel voller Fackeln und Lagerfeuer – auf den Straßen und auf den Dächern. Flugzeuge, die über uns fliegen, sind ratlos, und Satellitenkarten Israels leuchten anders. Symbolisch beleuchten sie die Wege derer, die versuchen, die tieferen Wahrheiten der Tora zu verstehen, wie es Rabbi Shimon Bar Yochai offenbart hat.

By: Rabbi Shraga Simmons
Source: http://www.aish.com/h/o/33o/48971681.html